Wenn Sie schwanger sind und Ihnen ständig übel ist oder Sie sogar jederzeit (und manchmal auch nachts) den Drang zum Erbrechen haben, denken Sie bitte daran: Sie sind damit keineswegs allein.
Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft betreffen zwischen 50 und 90 % aller Schwangeren. Mit anderen Worten: Es ist eine sehr häufige Erfahrung… auch wenn sie selten angenehm ist.
Wann treten Schwangerschaftsübelkeitssymptome auf?
Übelkeit kann sehr früh beginnen, manchmal sogar bevor die Schwangerschaft bestätigt ist. Bei den meisten Frauen lässt sie jedoch nach und verschwindet zwischen der 16. und 20. Schwangerschaftswoche.
In der Zwischenzeit kann sie ermüdend, überwältigend und im Alltag manchmal schwer zu bewältigen sein.
Warum verspüren wir während der Schwangerschaft Übelkeit?
Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass leichte Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft mit den hohen Hormonspiegeln in der frühen Schwangerschaft zusammenhängen.
Auch wenn diese Symptome unangenehm sind, sind sie in der Regel harmlos. Und vor allem: Es gibt Möglichkeiten, sie zu lindern.
Wie lassen sich Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft lindern?
Es gibt keine Methode, die für alle Wunder wirkt oder zu 100 % effektiv ist, aber viele Frauen finden echte Erleichterung, wenn sie verschiedene Ansätze ausprobieren.
Wenn die Symptome mäßig bleiben, werden normalerweise zuerst nicht-medikamentöse Lösungen empfohlen.
Natürliche Lösungen, die Sie zuerst ausprobieren können
- Akupressur oder Akupunktur: Ein Punkt ist besonders bekannt dafür, Übelkeit zu lindern – der „Neiguan-Punkt“ (Herzmeridian Punkt 6), der sich am Handgelenk befindet. Bei einigen Frauen kann er sehr wirksam sein.
- Übelkeit ist oft schlimmer, wenn der Magen leer ist, daher:
- Versuchen Sie, regelmäßig kleine Mengen über den Tag verteilt zu essen;
- Bewahren Sie einen Snack in Ihrem Nachttisch auf (z. B. einen trockenen Keks oder Trockenobst), um ihn vor dem Aufstehen zu essen;
- Kleine Anpassungen können helfen: Wählen Sie eine ausgewogene Ernährung und vermeiden Sie sehr fettige oder sehr zuckerhaltige Lebensmittel.
- Stress und Müdigkeit reduzieren: Sie können die Übelkeit verstärken. Dies ist der Moment, in dem Sie besonders gut auf sich achten und auf Ihren Körper hören sollten. Ausruhen, langsamer machen und Pausen einlegen ist während der Schwangerschaft essenziell.
- Lüften Sie Ihr Zuhause regelmäßig, um unangenehme Gerüche zu vermeiden.
- Ingwer, in Kapselform eingenommen, kann einigen Frauen helfen, die Übelkeit zu reduzieren.
Was, wenn das nicht ausreicht?
Wenn die Übelkeit trotz allem zu schwer zu bewältigen wird, ist es wichtig, mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Gynäkologen zu sprechen.
Dann kann ein Antiarrhythmikum (gegen Erbrechen) verschrieben werden. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass diese Medikamente Nebenwirkungen verursachen können, insbesondere Müdigkeit.
Hyperemesis gravidarum: Wenn Übelkeit zur Krankheit wird
In seltenen Fällen – weniger als 3 % der Schwangerschaften – nehmen Übelkeit und Erbrechen eine deutlich schwerere Form an, die Hyperemesis gravidarum genannt wird.
Dies ist dann keine einfache Schwangerschaftsübelkeit mehr, sondern eine echte medizinische Erkrankung, die mit mindestens einem ernsthaften Anzeichen verbunden ist:
- Gewichtsverlust ≥ 5 %
- Anzeichen von Dehydrierung
- ein PUQE-Score ≥ 7
Der PUQE-Score (Pregnancy-Unique Quantification of Emesis and Nausea) wird vom Gynäkologen erhoben, um den Schweregrad der Symptome zu bestimmen.
Wann sollte man eine Krankenhauseinweisung erwägen?
Eine Krankenhauseinweisung kann notwendig sein, wenn:
- der PUQE-Score ≥ 13 liegt
- der Gewichtsverlust ≥ 10 % beträgt
- die Blutwerte besorgniserregend sind
- oder deutliche Anzeichen von Dehydrierung bestehen
Anzeichen einer Dehydrierung, auf die Sie achten sollten:
- starker Durst
- trockene Haut oder persistierende Hautfalte
- niedriger Blutdruck
- Verwirrtheit, kalte, blasse oder feuchte Haut (Anzeichen einer Hypovolämie)
- verminderte, dunkle oder seltene Urinausscheidung
- starke Trockenheit der Haut, besonders in den Achselhöhlen
Ein beruhigender Hinweis
Auch wenn Schwangerschaftsübelkeit sehr unangenehm sein kann, denken Sie daran:
- schwere Fälle bleiben selten
- in den allermeisten Fällen verschwindet die Übelkeit schließlich
- sie ist normal und häufig während der Schwangerschaft

